Galerie Wedding

UP

Unsustainable Privileges

Unter dem Begriff POW – Post-Otherness-Wedding  griff das Kurator*innenteam Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung und Solvej Helweg Ovesen in den Jahren 2015 und 2016 in der Galerie Wedding aktuelle Positionen besonders von in Berlin lebenden Künstler*innen auf und brachte sie mit anthropologischen, gesellschaftspolitischen, aber auch ganz alltäglichen Fragen in Verbindung.  Mit POW als Ausgangspunkt entwickelte sich ein Forum des gleichberechtigten Dialogs und eines neuen Verständnisses für verschiedene Sichtweisen auf nichtwestliche und westliche Kulturen.

In 2017 und 2018 widmen sich die Kurator*innen mit dem neuen Ausstellungsprogramm UP – Unsustainable Privileges in jährlich vier Einzelausstellungen wieder Fragen der Migration und deren Einfluss auf unsere Gesellschaft, aber auch Möglichkeiten unsere Privilegien in Nordeuropa anders zu verteilen. Begleitet wird die Ausstellungsreihe von einem Performance- und Diskussionsprogramm.

Die Programm UP – Unsustainable Privileges 2017 in der Galerie Wedding beginnt mit der Ausstellung des in der Türkei geborenen Künstlers Viron Erol Vert, der die Galerie in ein »Dreamatory«, eine Art Schlaflabor oder Trauminstitut verwandelt. Das Performanceduo Driftmachine entwirft eigens dafür sphärische Klänge, mit denen sie auf Schlafgötter wie Morpheus, Phobetor und Phantasos Bezug nehmen. Im Kontext des Unterbewusstseins von Schlaf und Traum zielt die Ausstellung darauf ab, andere Räume gesellschaftspolitischer Reflexionen und Widerstände zusammenzubringen. Sie schlägt einen Raum vor, in dem Nicht-Angst und Nicht-Schweigen erforscht und praktiziert und Gemeinschaft geschaffen wird. Dabei zieht sie auch die Tatsache in Betracht, dass wir zwar alle träumen, aber dass das metaphorische Träumen und das Sich-an-seine-Träume-Erinnern auch Privilegien sind, da Träume einen Luxus darstellen, und durch die schiere Brutalität der Realität zum Schweigen gebracht werden können.

UP – Unsustainable Privileges 2017 wird mit einer Ausstellung von Mario Rizzi fortgesetzt. Rizzis Film »Al Intithar (Das Warten)« und seine Fotografien schildern die sozialen Strukturen im syrischen Flüchtlingscamp Zaatarti in der jordanischen Wüste aus der Sicht von Frauen und thematisieren das Privileg, einen Alltag zu haben. Anschließend werden sich die Bilder der Künstlerin Surya Gied den Narrationen der »privilegierten Medien« widmen, die bei Zuschauenden im Westen eine immer größer werdende Distanz zu den derzeitigen Weltgeschehnissen schaffen und besonders die Situationen von Geflüchteten verallgemeinern. In der vierten Einzelausstellung des Programms wird sich die aus Mexiko stammende Künstlerin Mariana Castillo Deball mit der Frage auseinandersetzen, wer in der museologischen Forschung das Privileg des Zugangs zu archäologischen Objekten besitzt. In der fünften Ausstellung reinszeniert Dafna Maimon das Falafelrestauraunt ihres israelischen Vaters, das in den 80er Jahren in einem Einkaufszententrum in Helsinki den Finn*innen bisher unbekannte Geschmäcker aus dem Nahen Osten näherbrachte. Ausgehend von diesem autobiografischen Material entwickelte Maimon eine performative Videoinstallation, die sich zwischen persönlichen Erinnerungen, Familiengeschichten und der Darstellung einer patriarchalen Gesellschaft bewegt.  In der Galerie Wedding baut sie ein bespielbares Terrain aus reinszenierten Werbespots und Falfelrestaurant auf, in dem sie gegenwärtige, eigene Erfahrungen mit den Materialien ihres Vaters verschneidet.

 

Ausblick UP – Unsustainable Privileges 2017 /2018 :

Das Ausstellugsprogramm setzt sich in 2018 mit einer Einzelausstellung des in Teheran geborenen Künstlers Azin Feizabadi fort, der in der Galerie Wedding Teile seines Films »Uchronia« installieren wird. Der Film erzählt die Geschichte von den beiden Dunkle-Materie-Aliens namens Layla und Majnun, die auf den Planeten 52°N, 13°E emigrieren. Ihre Motivation auf der Erden endlich miteinander vereint zu sein stößt bald auf widersprüchliche Dynamiken zwischen innerer Psyche und äußerer Repräsentation der menschlichen Körper, in denen sie sich manifestieren.

Im Frühling präsentiert Galerie Wedding Simon Fujiwaras Arbeit »Joanne«. Die Image-Kampagne, die der britische Künstler für seine ehemalige Kunstlehrerin Joanne gemacht hat, wird im Stadtraum sichtbar gemacht. Sie zeigt Joanne als eine Frau, die sich als eine Athletin, als eine perfekte Köchin, als it-girl, präsentiert und versucht, allen möglichen Erwartungen an sie zu entsprechen und diese zu toppen.

 

Biografien/ Biographies (PDF-Dateien)
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung
Solvej Helweg Ovesen

Galerie Wedding Jahresprogramm UP 2017
Galerie Wedding UP Programm 2017

Webseiten
www.soh-bonny.com
www.savvy-contemporary.com
www.savvy-journal.com
www.documenta14.de

www.grossestreffen.org
images.holbaek.dk/holbaek-images/

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, des Ausstellungsfonds für Kommunale Galerien und der Spartenübergreifenden Förderung

Dafna Maimon

Orient Express

17.11.2017 bis 13.01.2018

Rundgang durch die Ausstellung mit Dafna Maimon

Rundgang durch die Ausstellung mit Dafna Maimon

Praktikum in der Galerie Wedding

ab Mitte November 2017

Mariana Castillo Deball

Pleasures of Association, and Poissons, such as Love–

06.10.2017 bis 04.11.2017

Konversation mit Mariana Castillo Deball und Gabriela Aguileta

Am 26.10.2017 um 19 Uhr

Ausstellungsrundgang mit Mariana Castillo Deball und Solvej Helweg Ovensen

Am 19.10.2017 um 17 Uhr

Surya Gied

Looking into the Distance Becomes Difficult

27.08.2017 bis 23.09.2017

Ausstellungsrundgang mit Surya Gied und Performance von Balz Isler

Am 14.09.2017 ab 17 Uhr

Surya Gied

Looking into the Distance Becomes Difficult Ausstellungseröffnung am 26.08.2017 um 19 Uhr

Artist talk and book presentation

with Mario Rizzi, Solvej Ovesen, Charlotte Bank, Souad Abbas, and Jonas Tinius on 01.06.2017, 4 p.m.

Live Performance der syrischen Tarab-Band MUSIQANA

am 29. April um 17 Uhr im Silent Green Kulturquartier

BARE LIVES

Mario Rizzi Ausstellungseröffnung mit Dichterlesung von Ramy Al Asheq und DJ-Set von KHMGNFF am 27. April um 19 Uhr

Neue Heimat

Educationprogramm zur Ausstellung BARE LIVES von Mario Rizzi

28.04.2017 bis 10.06.2017

BARE LIVES

Mario Rizzi

28.04.2017 bis 10.06.2017

Viron Erol Vert

The Name of Shades of Paranoia, Called Different Forms of Silence

10.02.2017 bis 08.04.2017

Sweet Dreams

Educationprogramm zur »Dreamatory« Ausstellung von Viron Erol Vert

10.02.2017 bis 08.04.2017

Live Performance

No.3 »Phantasos« von Driftmachine mit Live Drawing Performance von Viron Erol Vert am 23. März 2017 ab 17 Uhr

Talk_about_Dreams Symposium presented in collab with the AoN_Platform for Art and Neuroscience framed by Live Performance No.2 »Phobetor« by Driftmachine

03.03.2017, from 6 pm

Traumdeuter Session mit Dr. Michael Mollura live aus Beverly Hills

in Viron Erol Vert's Dreamatory am Freitag 24.02.2017, 6 pm

Kino Morph

in Viron Erol Verts »Dreamatory« am 16. Februar 2017 um 19 Uhr

Viron Erol Vert

The Name of Shades of Paranoia, Called Different Forms of Silence Ausstellungseröffnung mit Live Performance von Driftmachine am 09.02.2017 um 19 Uhr

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