» 매난국죽 Mae Nan Guk Juk: Diasporic Memories Formed in Clay «
Eine Ausstellung von Frank Jimin Hopp
Eröffnung: 20.08., 18 Uhr
Laufzeit: 21.08. bis 01.11.2026
Kuratiert von Eylem Sengezer
In den 1960er und 1970er Jahren kamen im Zuge von zwei Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Südkorea tausende von Südkoreaner*innen als Bergarbeiter und Krankenpfleger*innen in die an Fachkräften mangelnde Bundesrepublik Deutschland. Obwohl ihre Arbeitskraft wesentlich zum wirtschaftlichen Aufbau der BRD beitrug, sind ihre Lebensgeschichten bis heute in erinnerungskulturellen Debatten über Migration weitgehend randständig. Mit »매난국죽 Mae Nan Guk Juk: Diasporic Memories Formed in Clay« nimmt der koreanisch-deutsche Künstler Frank Jimin Hopp diese Leerstelle als Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung. Mit Angehörigen dieser ersten Generation rekonstruiert Hopp in Interviews Erinnerungen an Migration, Pflegearbeit, Verlust, Freundschaft und Neuanfänge. Begleitend zu diesen Videoarbeiten fand ein gemeinsamer künstlerischer Arbeitsprozess statt, aus dem eine Vielzahl keramischer Objekte entstanden sind. Das zeitintensive Formen der Keramiken schafft Raum für Erzählungen, aktiviert biografische Erinnerungen und übersetzt diese in eine materielle Form. Die Ausstellung zeigt diasporische Erinnerung als lebendiges Archiv, das durch Erzählungen, Begegnungen und künstlerische Praxis kontinuierlich erweitert und geformt wird. Der Titel verweist auf die vier edlen Pflanzen Pflaumenblüte, Orchidee, Chrysantheme und Bambus, die in der ostasiatischen Bildtradition u.a. für Widerstandskraft, Würde, Reife und Standhaftigkeit stehen. In der Ausstellung werden sie zu Sinnbildern für Erinnerung, Überleben und die Weitergabe diasporischer Erfahrungen.
In the 1960s and 1970s, as part of two recruitment agreements between Germany and South Korea, thousands of South Koreans came to the Federal Republic of Germany—which was facing a shortage of skilled workers—to work as miners and nurses. Although their labor contributed significantly to the economic development of the Federal Republic of Germany, their life stories remain largely marginalized in cultural debates about migration to this day. With »매난국죽 Mae Nan Guk Juk: Diasporic Memories Formed in Clay«, the Korean-German artist Frank Jimin Hopp takes this gap as the starting point for an artistic exploration. Through interviews with members of this first generation, Hopp reconstructs memories of migration, caregiving, loss, friendship, and new beginnings. Accompanying these video works was a collaborative artistic process that resulted in a multitude of ceramic objects. The time-intensive process of shaping the ceramics creates space for narratives, activates biographical memories, and translates them into a material form. The exhibition presents diasporic memory as a living archive that is continually expanded and shaped through narratives, encounters, and artistic practice. The title refers to the four noble plants—plum blossom, orchid, chrysanthemum, and bamboo—which, in East Asian visual tradition, symbolize resilience, dignity, maturity, and steadfastness, among other qualities. In the exhibition, they become symbols of memory, survival, and the transmission of diasporic experiences.
Frank Jimin Hopp (geb. 1994 in Berlin) ist ein deutsch-koreanischer Künstler, Maler und Bildhauer. Derzeit studiert er Bildende Kunst in der Klasse von Prof. Valérie Favre an der UdK Berlin und war zuvor Student bei Prof. Leiko Ikemura. Im Jahr 2016 studierte er im Rahmen eines Erasmus-Semesters im Bachelorstudiengang Bildende Kunst an der Universidad de Complutense de Madrid. Im Jahr 2020 nahm er am Masterstudiengang Bildende Kunst an der University of the Arts London teil. Seine Arbeiten wurden in verschiedenen Institutionen ausgestellt, darunter im Haus am Kleistpark, im Gropius Bau, im Künstlerhaus Bethanien, im Museum für Fotografie und in der Saatchi Gallery in London. Im Jahr 2019 wurde er mit dem Förderpreis der Walter-Stöhrer-Stiftung und dem Kunstpreis 2019 des Haus am Kleistpark ausgezeichnet.
Credit: Moritz Haase
Credit: Moritz Haase
Credit: Moritz Haase
Foto: Léo Faulhaber
