Galerie Wedding

German for Newcomers | Law Shifters

Eine Ausstellung, Film- und Buchpräsentation von Stine Marie Jacobsen.
Kuratiert von Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung und Solvej Helweg Ovesen im Rahmen von POW (Post-Otherness-Wedding)

Ausstellungsgestaltung Nils Grarup Grafikdesign Modem Studio (Law Shifters) und Fuchs Borst (German for Newcomers)

Im Rahmen des kuratorischen Programms POW (Post-Otherness-Wedding) präsentiert Galerie Wedding mit der von Solvej Ovesen und Bonaventure Ndikung kuratierten Ausstellung German for Newcomers | Law Shifters zwei Projekte der dänischen Künstlerin Stine Marie Jacobsen, die beide durch das Konzept des Workshops und durch das Medium Buch und Film agieren. Auf eine nicht nur ernsthafte, sondern auch eine humorvolle und spielerische Art und Weise wird darin die Autorität von Sprache, Bürokratie und Gesetzesschreibung hinterfragt.

Für das Projekt German for Newcomers organisierte Stine Marie Jacobsen in Zusammenarbeit mit dem deutschen Straßensozialarbeit-Verein Gangway e.V. über den Zeitraum von einem Jahr mehrere Workshops, in denen Expats, Zugewanderte und Geflüchtete gemeinsam einen alternativen Sprachunterricht entwarfen, in welchem sich die Rolle von Schüler*innen und Lehrer*innen verschob und umkehrte.

Entstanden ist ein Film sowie neues, eigenes Material für den Sprachunterricht in Form eines Grammatikbuches, das in witzigen, hilfreichen Beispielsätzen die persönlichen Perspektiven der Workshop-Teilnehmer*innen zur deutschen Grammatik mit Menschen teilt, die Deutsch lernen möchten. Buch und Film werden beide in der Ausstellung präsentiert.

Im gleichen Atemzug zeigt die Ausstellung das Projekt Law Shifters. Das fortlaufende Projekt will mittels Diskussion und Sprache Gesetze, insbesondere Zuwanderungsgesetze, für öffentliche und politische Prozesse zugänglich machen. Hierzu lädt die Künstlerin geflüchtete und Berliner Jugendliche von den Institutionen Gangway e.V. und Leuchtturm aus der Nähe der Galerie in Berlin-Mitte dazu ein, sich in einem unkonventionellen Spielszenario mit Grundrechten und Gesetzen zu befassen: Was ist der Unterschied zwischen der Exekutive, der Judikative und der Legislative? Kann man über den Staat sprechen oder ihn gar kritisieren? Prinzipien von Grenzen, Asyl- und Aufenthaltsrecht, Familienzusammenführung, Immigration und Akkulturation kommen zur Sprache. In den Workshops werden die existierenden Vorschriften und Gesetze zuerst vom Standpunkt der eigenen ethischen Überzeugungen aus diskutiert und dann neu entworfen. Ein professioneller Anwalt übersetzt die vorgeschlagenen Gesetze in juristische Fachsprache.

In der Ausstellung werden die frisch entworfenen Gesetzesvorschläge der Öffentlichkeit – im Kontrast zu den existierenden Gesetzen – präsentiert. Von den Workshop-Teilnehmer*innen in Linoleum-Platten geschnitten sind sie großformatig an den Galeriewänden zu sehen, zudem sind sie als Poster im öffentlichen Raum verteilt sowie im Buch Law Shifters veröffentlicht. Die beiden Projekte German for Newcomers | Law Shifters werden in Zukunft zusammen als ein Unterrichtspaket für Schulen angeboten. Im Kontext von POW stellen sie gleichzeitig eine Ausstellung und einen Lernprozess dar – eine Verschiebung von einem sich Beugen unter den Gesetzen und einer fremden Sprache hin zu einem Biegen der Gesetze und der Sprache.

 

Das Projekt GERMAN FOR NEWCOMERS | LAWSHIFTERS wird gefördert durch den Projektfonds Kulturelle Bildung und durch Gangway e.V & Aktion Mensch.

Law Shifters Symposium & Book presentation & Finissage

am 12.11. von 15 Uhr bis 20 Uhr

Law Shifters Workshops

für geflüchtete und Berliner Jugendliche

German for Newcomers | Law Shifters

Ausstellungseröffnung mit book launch am 13.10. um 19 Uhr

Galerie Wedding